Handlungsbedarf

Die Stadt Freiburg erlebt in den vergangenen Wochen und Monaten einen außergewöhnlichen Zustrom schutzsuchender Menschen. Viele dieser Menschen sind Kinder und Jugendliche. Ihnen müssen nicht nur Schutz vor Krieg, Vertreibung und politischer Verfolgung angeboten werden, sondern auch die Möglichkeit, sich schnellstmöglich in unserer Gesellschaft zu integrieren. Viele sind traumatisiert, haben erlebt, wie Eltern und Freunde ermordet wurden und haben am eigenen Leib Gewalt erlebt. Eine ungewisse Zukunft liegt vor ihnen. Die Kinder finden sich mit Belastungen und Herausforderungen auf unterschiedlichen Ebnen konfrontiert. Sie werden Teil einer neuen Gesellschaftsordnung und – form. Dies erschwert die Identitätsfindung im Kindes- und Jugendalter maßgeblich. Neben prekären Wohnverhältnissen, erschwerten Bildungszugängen und einem daraus resultierenden Mangel an Zukunftsperspektiven sehen sich die Flüchtlinge tagtäglich mit sprachlichen, kulturellen Barrieren, Ausgrenzung, Vorurteilen und Verwarlosung konfrontiert. Von ihren Eltern erhalten die Kinder nur begrenzt Unterstützung. Diese sind häufig selbst traumatisiert und finden sich in der neuen Kultur und Gesellschaftsstruktur weniger schnell zurecht als ihre Kinder. Dies liegt auch an struktureller und bürokratischer Ausgrenzung. Anstatt Unterstützung zu erfahren werden die Kinder selbst zu Verantwortungsträgern für ihre Eltern. Diese Umstände implizieren jedoch auch, dass die Kinder Schlüsselpersonen sind, die die Integration der ganzen Familie maßgeblich vorantreiben können. Wir sehen die Flüchtlingskinder als Schlüsselpersonen an, die unsere gesellschaftliche Zukunft gestalten. Und genau hier setzt die praktische Arbeit der Stadtpiraten an:


Wir wollen einen Rahmen schaffen in dem die Geflüchteten ihre Ressourcen und Fähigkeiten entdecken, entfalten und erweitern können. Die Arbeit der Stadtpiraten Freiburg e.V. richtet sich darauf aus, diesen Menschen Hoffnung und Perspektive zu geben. Das Angebotsspektrum richtet sich vorrangig an Kinder, aber auch an Jugendliche und Erwachsene. Zielperspektive unserer Arbeit ist die Eröffnung gesellschaftlicher Teilhabemöglichkeiten. Wir wollen einer Marginalisierung der Gesellschaft entgegenwirken. Durch unsere Arbeit befähigen wir, struktureller und persönlicher Ausgrenzung zu überwinden, in dem wir die Flüchtlinge willkommen heißen. Gemeinsam mit Ihnen wollen wir Heimat gestalten. Dazu gehört, dass wir die Flüchtlinge auf persönlicher Ebene stärken. Unser Ziel ist, dass die Flüchtlinge befähigt werden, ihre multiplexen Herausforderungen eignen Vorstellungen nach zu lösen.